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Mittwoch, 19. Mai 2010

Mittwoch, 14. April 2010

Sonntag, 4. April 2010

Art Andrä - ein kurzer Lokalaugenschein


............HomepageInfo......

 Signal & Auftrag

Sich mit aktueller Kunst zu beschäftigen ist eine Form der Gastfreundschaft, die unserer katholischen Kirche von ihrem Ursprung her aufgetragen ist. Unter dem Logo „Andrä  Kunst“ läuft seit Dezember 1999 eine permanente Auseinandersetzung mit zeitgenössischem Kulturschaffen im Kirchenraum von St. Andrä. Die Kirche wird dabei nicht als Ausstellungsraum behandelt, sondern als spirituell definierter Raum Gottes und der Menschen, in dem gezielte Interventionen einen wichtigen Dialog eröffnen.

 

Kunstreise

  • 2001 – Gustav Troger, “Altar – weißes, weißes Album”
  • 2002 – Markus Wilfling, o.T., Fenster
  • 2002 – Gustav Troger, “Spiegel – säulengroß”
  • 2003 – Otto Zitko, o.T., Raumzeichnung in der Andreaskapelle
  • 2005 – Markus Wilfling, “up and down”, Stuhl im Karusell
  • 2007 – ILA, Earth Plug, ”ich bin teil eines umfassenden systems, welches sinn ergibt”
  • 2008 – Flora Neuwirth, “1 Fenster / Magenta”
  • 2008 – Manfred Erjautz, ”A short break in time”, Fenster in Taufkapelle
  • 2009 – Gustav Troger, “Sprache ist ein Material so wie Stahl”, Vortragekreuz und Ambo
  • 2009 – Ronald Kodritsch, “who´s next”, Fenster im Altarraum

Dienstag, 30. März 2010

PSALM

Mystische Liebeslieder aus dem europäischen Mittelalter (von Hildegard von Bingen bis Guillaume Dufay) und dem osmanischen Reich
mit dem Ensemble Sarband unter Leitung von Vladimir Ivanoff. 















Miriam Andersén, Gesang & Gotische Harfe

  Dogan Dikmen, Gesang

Susanne Ansorg , Vielle
Celaleddin Biçer
, Ney & Kanun
Judith Haug
, Bildprojektionen
Vladimir Ivanoff, Perkussion, Laute & Oud  



Koran-Sure: As-Saffat ("Jene eingereiht in Ränge") Vier gregorianische Marienantiphonen (Ms. Kopenhagen 13)

Sequenz, Hildegard von Bingen
O virga ac diadema

Lied, Ismail Dede Efendi
Ben sana asik degilim

Lauda, Codex Magliabechiano
Vergene doncella

Istampita
Bel fiore danca

Madrigal
Posando I'Ombra

Instrumental, Hasan Can
Gülsen-i raz (Mystischer Garten)

Mystische Hymne
Ey garip bülbül

Lauda, Codex Cortona
Regina Sovrana

Lied
Ne hevayi bag-i sazed

Lauda, Codex Cortona
Laude Novella

Lied, Hafiz Post
Bahar geldi

Cantiga de Santa Maria Nr. 103
Quen na virgen

Mystische Hymne
Mohammed baginin gülüdür Ali

Mystische Hymne
Gel gülsen-i tevhide

Rondeau, Guillaume Dufay
Quel fronte signorille in paradiso




Der „Hortus conclusus“, der verschlossene Garten, der eingemauerte Ort der Seligkeit ist ein Motiv, das sich durch die Kulturgeschichte des Orients und Europas zieht. So geht unser Wort „Paradies“ auf das altpersische „pairidaeza“ zurück, was „ummauert“ bedeutet. Mit einer Quelle in der Mitte, von fruchttragenden Obstbäumen und duftenden Blumen umgeben, so findet man den idealen Paradiesgarten sowohl in christlichen wie muslimischen Darstellungen des Mittelalters. Europäische und osmanische Musik über verschlossene, geheimnisvolle und frisch erblühte Gärten machen erfahrbar, wie „geistliche“ und „weltliche“ Sphären in einer universalen Mystik der Liebe untrennbar werden. Sarband präsentiert eine interkulturelle Spurensuche: diesmal als Geschichte der verzauberten Gärten. 



„Sarband ist sicherlich das originellste Ensemble für Mittelalterliche Musik“ (Neue Musikzeitung). – Sarband bedeutet Verbindung, das besagt schon der Name, der aus der persischen Musiktheorie stammt und für die improvisierte Brücke steht, die zwei Kompositionen miteinander verknüpft.
Ensembleleiter Dr. Vladimir Ivanoff, der Sarband 1986 gründete, ist als Forscher und Musiker ein Brückenbauer zwischen Kulturen, Menschen und Zeiten: Seine Programme vereinen Menschen aus den verschiedensten Kulturen und Hintergründen, vermitteln zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Alter Musik und lebendigen Traditionen. In der Welt von Sarband musizieren Künstler aus Bulgarien, der Türkei, dem Libanon, dem Irak, Schweden, England, Italien und Deutschland miteinander.
Die Zusammenarbeit innerhalb des Ensembles ist kein modisches Crossover-Treffen, sondern kontinuierlich angelegt und ein gleichberechtigter Dialog. Jeder Künstler bringt uneingeschränkt seine heimische Tradition, seine eigene Geschichte und seine persönliche Kreativität in die Programme ein. Stehen heute meist die religiösen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Differenzen zwischen Orient und Okzident im Vordergrund, so will Sarband zeigen, dass die Musik nicht nur Dekor, sondern weltoffenes Medium gegenseitigen Respekts war und auch heute noch sein kann: ein Beispiel für Verständnis und Anerkennung, ein Exempel des Friedens.
Die Welt von Sarband ist eine Welt der Reisenden in der heutigen Zeit, die wie noch nie zuvor von fast grenzenloser Mobilität und Migration geprägt ist. Das Ensemble nimmt sein Publikum mit auf eine Reise durch Raum und Zeit, durch Religionen und Kulturen. Es ist eine Reise, auf der man die gewohnten Bahnen des Denkens und des Musikbetriebs hinter sich lassen kann, wenn man sich ganz auf die Botschaft von Sarband einlässt. Man darf sich verzaubern lassen von Programmen, die von Toleranz, Offenheit und Innerlichkeit geprägt sind, in denen Zeiten und Menschen zusammengeführt werden: Programme mit Repertoire aus der Alten Musik verbinden die historische Aufführungspraxis Europas mit den lebendigen Traditionen des Mittelmeerraums. Hier widmet sich Sarband immer wieder gerne dem Osmanischen Reich als kulturell hochstehendem, religiös tolerantem Vielvölkerstaat mit reichem musikalischem Erbe.
In Kooperationen mit anderen Ensembles und Orchestern (u. a. King’s Singers, Concerto Köln, Mystère des Voix Bulgares) werden - oft auf ironische Weise - Differenzen zwischen Kulturen (türkische und Wiener Walzer) und Religionen (jüdische, christliche und muslimische Psalmvertonungen), zwischen Alt und Neu (Guillaume de Machaut und Erik Satie) hinterfragt. Die vielfältigen Programme von Sarband bieten - in verschiedenen Ensemblegrößen, die von intimen, stillen Besetzungen bis hin zum Orchester reichen - die unterschiedlichsten meditativen, mitreißenden, manchmal humorvollen Stimmungen. Gemeinsam ist ihnen immer die Intention, ein friedliches Zusammenleben der Menschen und Kulturen aufzuzeigen und sinnlich erfahrbar zu machen.


Kritik KLEINE ZEITUNG

GRAZ. Vladimir Ivanoff ist ein feinsinniger Kartograph des Außergewöhnlichen. Der gebürtige Bulgare, von München aus in aller Welt tätig, gehört (auch als Mitdenker) quasi schon zum edlen Inventar des Festivals "Psalm". Diesmal lockte der Perkussionist in der List-Halle in Paradiese, wie sie von Christen und Moslems zwischen dem 10. und 14. Jahrhundert besungen wurden, ob in Italien oder Spanien, in Ägypten oder der Türkei.
Reizvoll allein die Spektren der Singstimmen in Ivanoffs Ensemble "Sarband": Hier die Schwedin Miriam Andersén, die als Frau Elfe mit ihrem märchenhaften Glockensopran etwa in Hildegard von Bingens inniger Marien-Sequenz den Begriff "schlicht und ergreifend" aufs Schönste neu deutete. Dort Mustafa Dogan Dikmen aus Istanbul, der mit gutturaler Technik die Mäander vornehmlich osmanischer Lieder herrlich auskostete. Ivanoff selbst mit dezenten Rhythmus-Akzenten, Susanne Ansorg mit ihrer zart besaiteten Fidel und vor allem Celaleddin Biçer als uneitler Virtuose an der orientalischen Zither Kanun sorgten für prächtige Begleitung.
Auffallend an christliche Laudes ebenso wie an den Suren aus dem Koran: Immer schwingt in den Lobgesängen auf die Angebeteten auch lichte Erotik mit. Und so bekam der Titel des Abends "Die verschlossenen Gärten" eine weitere Konnotation. Ein kleines Kunststück für sich waren die eingeblendeten Texte, projiziert auf Fotos von Gregorianik-Partituren, Bibel-Miniaturen oder Orient-Teppichen. Kurz: Kunstgenuss aus einem Guss.
MICHAEL TSCHIDA




Donnerstag, 31. Dezember 2009

Sylvester Kino

SOUL KITCHEN

Fatih Akin
ist allein schon aufgrund seiner deutsch-türkischen Abstammung ein Wanderer und Vermittler zwischen den Kulturen. Doch auch zwischen den Genres wechselt der Hamburger Kultregisseur wie kaum ein zweiter heimischer Filmemacher mit ungeheurer Leichtigkeit und Präzision hin und her – vom Milieufilm (Kurz und schmerzlos) zur Road-Movie-Komödie (Im Juli), vom tonnenschweren Drama (Gegen die Wand) zur locker-leichten Feel-Good-Comedy, wo Akin mit seinem liebevollen Gagfeuerwerk „Soul Kitchen“ nun angekommen ist. Beim Festival in Venedig war der Film für den Goldenen Löwen nominiert und wurde mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet. Zwar weist der „Heimatfilm“ (O-Ton Akin) nach einem überragenden Einstieg in der zweiten Hälfte kleine Schwächen auf, aber dafür sind die Dialoge durchgehend zum Niederknien, so dass diese Juryentscheidung durchaus nachvollziehbar ist.

Der Deutsch-Grieche Zinos (Adam Bousdoukos) schlägt sich als Besitzer eines schäbig-schicken Restaurants im Hamburger Problemstadtteil Wilhelmsburg durch. Das Essen ist zwar mies, aber dabei so bodenständig, dass sich sein proletarisches Klientel nicht daran stört. Als Freundin Nadine (Pheline Roggan) ihre beruflichen Träume als Auslandskorrespondentin in Shanghai verwirklicht, gerät Zinos in einen schweren Gewissenskonflikt, weil er ihr folgen will, aber nicht kann. Sein Laden steht sowieso kurz vor dem Abgrund und die Situation verschärft sich noch weiter, als er einen Bandscheibenvorfall erleidet und sich kaum mehr bewegen kann. An Löffelschwingen ist jedenfalls nicht mehr zu denken. Zinos heuert den frisch gefeuerten Koch-Exzentriker Shayn (Birol Ünel) an, um sein Restaurant vor dem Ruin zu retten. Doch der Großmeister weigert sich, Zinos‘ Fraß zu kochen und setzt stattdessen kulinarisch wertvolle Kost auf die Speisekarte. Am Anfang noch mit wenig Erfolg. Dazu hat Zinos plötzlich auch noch seinen Bruder Illias (Moritz Bleibtreu) am Hals. Als Freigänger darf dieser nur am Wochenende aus dem Knast, es sei denn, er findet einen Job. Deshalb soll Zinos ihn anstellen – wenn auch nur auf dem Papier, denn richtige Arbeit ist nicht so das Ding des notorischen Glücksspielers. Als Ausweg aus der Misere bietet sich Zinos‘ alter Schulkamerad Neumann (Wotan Wilke Möhring) an. Der ist scharf auf das Restaurant und würde einen anständigen Preis für den Laden bezahlen. Doch irgendetwas ist faul an dem schleimigen Immobilieninvestor…
Bildergalerie

Was Regisseur Fatih Akin in der ersten Stunde seines „Soul Kitchen“ abzieht, ist schlichtweg eine Wucht. Sein Stammsujet - das deutsch-türkische Milieu - erweitert der gebürtige Hamburger um die zentrale Komponente der griechischen Migranten, die er schon in seinem Debüt „Kurz und schmerzlos“ gestreift hatte – und das mit so sicherer Hand, als wäre Griechenland seine dritte Heimat. Der Film funktioniert dank einer haargenau getroffenen Atmosphäre, in der Gags im Minutentakt generiert werden. Die Figuren sind skurril und spleenig, beweisen dabei aber zugleich auch genügend Bodenhaftung, um eventuelle Überschreitungen ins Land der Märchen mühelos zu kompensieren.

Erst als Akin diesen Pfad zugunsten durchsichtiger Wendungen verlässt, schleicht sich im Mittelteil ein kleiner Durchhänger ein, weil die Charaktere drohen, ihre Verortung im Hier und Jetzt zu verlieren - das gilt auch für die bis dahin sauber gezeichnete Liebesgeschichte zwischen Adam Bousdoukos und Pheline Roggan (Die Glücklichen). Der Zuschauer kann sich ab hier ziemlich genau ausmalen, was als nächstes kommt. Eingeleitet wird dieser konventionellere Part durch eine orgiastische Sequenz, in der Chefkoch Shayn den Gästen stark aphrodisierende Baumwurzeln ins Essen mischt. Hier rutscht die Komödie kurzzeitig in Comic-Relief-Regionen ab. Doch lustig ist das immer noch und die Witze werden auch kaum weniger, selbst wenn Akin sein zuvor wunderbar austarierter Film stilistisch kurzzeitig etwas aus der Hand gleitet.

Akin besetzt zwar immer wieder seine Lieblingsschauspieler wie Moritz Bleibtreu (Der Baader Meinhof Komplex, Lammbock) oder Birol Ünel („Gegen die Wand“, „Todesspiel“), macht aber nicht den Fehler, seinem Publikum frische Gesichter vorzuenthalten. Hauptdarsteller Adam Bousdoukos („Kurz und schmerzlos“, Kebab Connection), der mit Akin gemeinsam auch das Drehbuch schrieb, stemmt seine nicht ganz einfache Aufgabe als Leading Man mit Bravour. Der deutsch-griechische Jim-Morrison-Lookalike aus Hamburg leistet als Sympathieträger tadellose Arbeit und bringt die Zuschauer sofort hinter sich. Der Gastronom und Schauspieler besaß tatsächlich zehn Jahre eine Taverne und diente seiner Figur selbst als Vorbild. Wenn es jedoch darum geht, dem Affen ordentlich Zucker zu geben, treten andere auf den Plan… etwa in Person von Moritz Bleibtreu und Birol Ünel. Beide frönen mit Wollust dem gepflegt kalkulierten Overacting und landen damit einen Gag nach dem anderen. Bleibtreu war seinem Abdul aus „Knockin‘ On Heavens Door“ mit der Darstellung des chaotisch-charmanten Knastis Illias nie näher und auch das Griechisch bereitet ihm keine Mühe. Das passt einfach, weil Bleibtreu sich ohne Rücksicht auf bleibende Schäden voll reinhängt. Eine Steigerung in Sachen Exzentrik ist dennoch drin. Ünel gibt gehörig Gas und reizt sein Charisma bis an den Rand der Karikatur aus. Großartig. Wenn Shayn seine Kochkunst gegen die bösen Mächte (sprich: die Kunden) verteidigt, ist das ganz großes Tennis. Angelehnt an die Mechanismen des Kung-Fu-Films agiert Shayn als Meister für den Novizen Zinos, was in einer Rocky-ähnlichen „Trainingssequenz“ mündet.

Freitag, 19. Juni 2009

Die Scheißhäuser von Woodstock

mit Petra Finn Gerhard Gerlinde und "Mild Junior"
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ein theatralischer Rundgang im Rahmen von absolutelyFREE

15.August 1969
Während in Amerika auf einer Wiese das Woodstockfestival beginnt, duscht Wolfgang Bauer in der Merangasse 14.
Marisa Mell trinkt ihren Nachmittagskaffee im Columbia und Peter Handke schreibt ein Gedicht.
Elfriede Jelinek steigt in den Zug nach Wien.
Hartmut Urban kauft Farbe und geht mit Alfred Kolleritsch essen.
Gunther Falk raucht Smart.
Lore Krainer feilt an einem Lied über die Mondlandung.


Juni 2009
Das Theater im Bahnhof findet Woodstock in Graz.
Das Publikum besichtigt die Fundstücke bei einem Spaziergang zu den Originalschauplätzen.
Ein Mann duscht.Das Publikum muss weitergehen.
Vier Frauen singen ein Lied über die Mondlandung. Das Publikum muss weitergehen...
Konzept/Text/Organisation: Johanna Hierzegger, Pia Hierzegger, Gabriela Hiti Mit: Beatrix Brunschko, Eva Hofer, Helmut Köpping und vielen Gästen